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Metallografie eines Eisen-Nickel-Meteorits

Sunday (01.01.2040)
00:00 - 13:14 Uhr Halle 2

Bei der untersuchten Probe handelt es sich um einen Eisenmeteorit der Klasse grober Oktaedrit (Gruppe IAB) aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, welcher auf dem Campo del Cielo in Argentinien im Jahre 1576 n. Chr. gefunden wurde.

Es kamen verschiedene metallografische und analytische Methoden zum Einsatz, um das Meteoritengefüge näher zu untersuchen. Laut Funkenemissionsspektroskopie handelt es sich beim Meteoriten um das System Fe-Ni-P, welches EDX-Analysen zufolge in eine nickelarme α-Phase (Kamazit) und eine nickelreiche γ-Phase (Taenit) eingeteilt wird. In diesem Beitrag wird das Hauptaugenmerk auf Untersuchungen der Nickelkonzentration in einem Phasenübergangsbereich α→γ→α gelegt. So liefern mittels EDX gemessene Nickelkonzentrationen einer Taenitlamelle zusammen mit den im REM ermittelten Wegstrecken, nach thermodynamischen Überlegungen, Rückschlüsse auf eine mögliche Abkühlhistorie des Meteoriten.

Eine Gefügekontrastierung mit alkoholischer Salpetersäure ließ regelmäßige Strukturen, Neumannlinien genannt, im kubisch-raumzentrierten Kamazit sichtbar werden. Wiederholte Präparationsvorgänge ergaben, dass es sich bezeichnenderweise um Ebenen handelt, welche sich an kristallografisch-bevorzugten Netzebenen des α-Gitters orientieren. Innerhalb des Beitrags werden Schliffbilder von Neumannlinien entlang kristallografischer Achsen gezeigt und deren Orientierung als Folge einer mechanischen Einwirkung auf das Gitter kurz theoretisch begründet.

Sprecher/Referent:
Steven Hohmann
Fachhochschule Trier
Weitere Autoren/Referenten:
  • Sven Haab
    Fachhochschule Trier
  • Jens-Peter Zwick
    Reischhauer GmbH
  • Alexander Schwarz
    Thyssen Krupp System Engineering