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Plenarvortrag

Korrelative Mikroskopie – Farbätzung vs. Rückstreuelektronenbeugung: Anwendungspotentiale und -grenzen

Donnerstag (19.09.2019)
15:30 - 16:00 Uhr Hamburg 1

Die Methoden und Verfahren der Gefügecharakterisierung und Phasenquantifizierung umfassen ein vielseitiges Spektrum. In dieser Arbeit wird ein Vergleich zwischen lichtmikroskopischen Untersuchungen in Abhängigkeit unterschiedlicher Ätzverfahren und Analysen mittels Rückstreuelektronenbeugung präsentiert. Das Ziel des ersten Teils dieser Arbeit bestand in einer möglichst effizienten Phasenquantifizierung von Austenitinseln verschiedener Größe in martensitischen, ultrahochfesten Stählen. Diese dualen Gefüge werden mit speziellen Wärmebehandlungen erzeugt werden. Um deren optimale Parameter definieren zu können, sind neben der Ermittlung der mechanischen Kennwerte auch umfangreiche Phasenanteilsbestimmungen notwendig. Insbesondere Farbätzmittel lieferten vielversprechende Ergebnisse. Im Vergleich mit EBSD konnten gleiche Phasenanteile an Austenit mit Abweichungen der absoluten Werte zwischen einem und drei Prozent bestimmt werden. Für einen großen Probenumfang und zur Reduzierung von Zeitaufwand und Kosten, bietet diese Methode also eine mögliche Alternative bzw. Ergänzung bei der Gefügecharakterisierung und Werkstoffentwicklung. Jedoch gibt es Umstände, die bei rein lichtoptischer Analyse zu fatalen Fehlinterpretationen führen können. Dieser Umstand wurden im zweiten Teil der Arbeit umfassend analysiert. Wie sich herausgestellt hat, sind die Produktionsbedingungen des Rohmaterials ein wesentlicher Einflussfaktor hinsichtlich des Ätzverhaltens.

Sprecher/Referent:
Prof. Dr. Thorsten Halle
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Weitere Autoren/Referenten:
  • Sebastian Dieck
    DeltaSigma Analytics GmbH
  • Martin Ecke
    Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Dr. Paul Rosemann
    Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg